Über Systemaufstellungen  (von Natalia Spokoinyi)

Aufstellungen sind ein mächtiges Instrument in Berufen, die auf die Befähigung der persönlichen Entwicklung ausgerichtet sind (z.B. Psychotherapie und Beratung, religiöse Schulen und Praktiken, Seelsorge etc.). Sie sind ist eine der effektivsten Methoden zur Kurzzeittherapie, eine einzigartige Gelegenheit zu sehen, was wirklich vor sich geht und warum, zu verstehen, wie vergangene Ereignisse in der Geschichte Ihrer Familie Sie in der Gegenwart beeinflussen. Aufstellungen erlauben den Blick auf ein Problem oder eine Krankheit aus einer anderen Dimension (man könnte sagen, aus einer anderen Perspektive), mit dem Effekt deutlich sehen zu können, warum und wozu ebendieses Problem oder diese Krankheit dem Menschen gegeben wurde, was dahinter verborgen ist und wie der Betroffene sein Leben oder seine Lebenseinstellung ändern sollte. Als Ergebnis der Aufstellung wird darüber hinaus angestrebt das Problem zu lösen, die Krankheit zu besiegen oder aber zu lernen mit deren Anwesenheit umzugehen ohne das innere Gleichgewicht oder zu viel Kraft zu verlieren, sein Leben vollwertig zu leben (dieses Ergebnis wir in der Regel Annahme genannt).

Eine Aufstellung ist die Suche nach der Wahrheit, die befreit, es ist ein Blick in die Tiefen seines Unterbewusstseins. Unser Körper ist ein mächtiger Resonator. Er kann in Resonanz mit allen anderen Menschen und mit dem Universum gelangen. Hier liegt das Phänomen der Wahrnehmungssubstitution begründet, präziser erklärt, das Prinzip, dass ein Mensch, der als Stellvertreter für ein Familienmitglied des Klienten ausgewählt wurde (z.B. Tante, verstorbener Urgroßvater oder abgetriebenes Baby), tatsächlich die Gefühle der verkörperten Person zu empfinden, unabhängig davon, ob dieser lebendig oder tot ist.

Oder die Person selbst, oder vielmehr dessen Körper, kommt in Resonanz mit den Menschen, die ihm wichtig sind. Dies erlaubt es auch theoretisch in der Phantasie aufzustellen, Skype (Telefon) zu verwenden oder stellvertretend keine Gegenstände im Raum einzusetzen. In Abwesenheit einer Stellvertretergruppe stellen der Körper und die Sinne des Klienten und des Aufstellers notwendige Informationen bereit.

Eine Aufstellung ist Magie, ein Wunder, denn das Leben eines Menschen wird komplettiert.

Einzelne Episoden fügen sich wie ein Puzzle zu einem einzigen aussagekräftigen Bild über den Aufstieg zum Höheren Zweck zusammen. Allmählich begreift der Klient die Ursachen und die Bedeutung von allem: dem Vergangenen und Gegenwärtigen, erkennt seine höhere Bestimmung und nicht selten erahnt er sogar das Zukünftige.

Es ist ein Weg, um zu verstehen, warum es nötig ist “ für alles zu danken“. Aufstellungsarbeit ist nicht Psychotherapie oder gar spirituelle Praxis. Es ist ein Weg, wenn man ihn wirklich beschreitet, der zum Verständnis führt, dass alles, insbesondere das Schwierige, zu einem Ziel geführt hat. Es ist ein Weg sich selbst anzunehmen und auch alle anderen, wie sie wirklich sind, mit Dankbarkeit für alles, was ist, war und sein wird. Mit anderen Worten, dies ist der Weg zur Demut (nicht mit Gehorsam zu verwechseln), vor Gott, vor dem Schicksal…

Aufstellungen sind ein Weg zur Selbsterkenntnis, zum Verständnis anderer Menschen, des Universums, Gott. Eine Menge Dinge können durch Aufstellungen studiert werden, da wir auf diese Weise so gut wie jede Information bekommen können. Eine andere Frage ist, wie rein unsere Resonanz ist, wie rein die Quelle ist. Das wiederum hängt von den Fähigkeiten und persönlichen Qualitäten der Aufstellungsleitung ab (aus meiner Sicht ist Spiritualität besonders wichtig, da in der Aufstellung spirituelle Dimensionen beschritten werden).

In der Aufstellung werden Familie, Ahnen und für uns besonders wichtige Menschen als System betrachtet, da Probleme mit der Störung von Systemregeln verbunden sind. Gründe für unser Unglück, Krankheiten, Verletzungen liegen in unserer Vergangenheit, oft auch in der Vergangenheit unserer Ahnen. Aber man sollte nicht vorschnell den Vorfahren die Schuld geben und sich von ihnen abwenden. Denn eben diese Vorfahren geben uns die für Glück unabdingbare Ressource.

Dieses unschätzbare Geschenk zu empfangen ist nur mit der richtigen Einstellung gegenüber der eigenen Ahnenreihe möglich – ohne zu verurteilen, ohne retten zu wollen, ohne etwas zu verlangen. Und alles was hierzu erforderlich ist, ist der dankbare Blick eines Kindes zu den Erwachsenen, die ihm das Leben geschenkt haben. Ein Blick von unten nach oben. Wir müssen für sie klein werden: zu Kindern, Enkeln, Urenkeln… Erst dann fließt die Liebe von unseren Ahnen zu uns. Diese Liebe ist fähig die Vergangenheit und die Gegenwart zu verbinden. Und nur Sie sind fähig diese Verbindung in Ihrer Seele und in Ihrem Herz zu kreieren. Von der Dunkelheit in das Licht. Familienaufstellungen sind gleichzeitig die Landkarte, das Instrument, um diese Verbindung zu bauen.

Systemaufstellungen (von Detlef Beier)

Das Systemaufstellen ist eine verblüffende Form, für scheinbar unlösbare oder heikle Problembereiche neue, ungeahnt wirkungsvolle Lösungen zu finden. In einer Art „Skulpturographie“ werden Stellvertreter für das Problem, die Beschwerde oder die Blockade aufgestellt. Durch dieses Aufstellen von Stellvertretern im Beziehungsgeflecht wollen wir die Dynamik und tiefgründigen Ursachen eines Problems offensichtlich machen. Aus der Position der Stellvertreter im Raum kann man oft auf den ersten Blick auf die Beziehungen zueinander schließen.

Systemaufstellungen sind ein sehr wirksames Werkzeug für alle, die in psychosozialen Berufen, in Lehre, in Beratung, Coaching und Therapie arbeiten.

Sie sind eine der effektivsten Methoden zur Kurzzeittherapie, sie bieten eine eine einmalige Gelegenheit in die Tiefe zu schauen und verborgene Dynamiken zu erkennen. Sie helfen zu verstehen, wie vergangene Ereignisse in der Geschichte der Familie in die Gegenwart hineinwirken. Hintergründe der eigenen (Familien-) Geschichte lassen sich erkennen. Damit ergeben sich auch Veränderungs- und erweiterte Entscheidungsmöglichkeiten für das Individuum.

Mit der Systemaufstellung kann ein Blick geworfen werden auf verschiedene Bereiche der eigenen und der Familiengeschichte: auf Krankheit, Unglück, Erfolg und Erfolgsaussichten, auf immer wiederkehrende Blockaden und Potenziale.

Es ist die stellvertretende Wahrnehmung, die hier die Informationen liefert. Über die Stellvertreter erschließt sich das emotionale Beziehungsgeflecht eines Konfliktes. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Bereich aus dem persönlichen, aus dem beruflichen oder emotionalen Umfeld handelt.

Wir orientieren uns an den Ausbildungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen. Wir erkennen auch den Verdienst von B. Hellinger, der dieses Verfahren bekannt gemacht hat an, beziehen aber undogmatisch die neueren Tendenzen und Entwicklungen des Systemaufstellens und Interventionstechniken mit ein.

Jeder Teilnehmer wird nach der Ausbildung in der Lage sein, auf seine Weise und in seinem Bereich kreativ damit zu arbeiten.

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