Systemaufstellungen Online

Systemaufstellungen Online: Methodik. Unterschiede zu klassischen Aufstellungen

Wozu Aufstellungen im Online-Modus? Geschichte der Methodenentwicklung

Wer hätte gedacht, dass Systemaufstellungen auch in einem Online-Format durchführbar sind! Schließlich setzen Aufstellungen ein Aufstellungsfeld (morphogenetisches Feld) voraus, das sich erst durch die Präsenz einer Gruppe konstatiert. Von größter Bedeutung ist die Fokussierung des Gruppenzirkels auf das Feld, die Positionierung der Stellvertreter im Raum und relativ zueinander. Als unabdingbar gilt auch der körperliche Kontakt mit dem Klienten. Aber es gab auch eine Zeit, in der Aufstellungen im Einzelsetting und Figurenaufstellungen als undenkbar galten.

Doch trotz aller Bedenken, es wäre ein großer Verlust, sich den technologischen Möglichkeiten unserer Zeit zu verschließen und damit verbundene Erwartungshaltungen zu ignorieren. Rasante technologische Entwicklungen eröffnen neue Wege und Perspektiven in Dienstleistungsberufen. Unabhängig von der Distanz zu ihren Kunden können Spezialisten ihre professionellen Dienste und Kompetenz allen anbieten, die ihrer Konsultation bedürfen. Zunehmend gewöhnen sich die Menschen daran, Onlineformate für Kommunikation und Wissensvermittlung zu nutzen, aber auch um Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen, u.a. auch psychologischer Natur. Geografische Entfernung ist bei den zur Verfügung stehenden Online-Kommunikationsressourcen ein nur notdürftig ausreichendes Argument für die Ablehnung einer Klientenanfrage. In meiner beruflichen Praxis war die Nachfrage so stark und persistent, dass ich dem Druck nachgab und eine Aufstellung im Online-Setting riskierte. Unerwarteter Weise mit Erfolg. 

Über die Entstehung der Online-Aufstellung. Erfahrungsbericht

Meine erste Online-Aufstellung habe ich im September 2012 durchgeführt. Damals wandte sich L. aus Chanty-Mansijsk (ein Bundesland in Sibirien) mit der Bitte an mich ihr zu helfen. Ich hatte bereits zuvor, seit 2009, Erfahrung damit gesammelt, am Telefon oder in Skype mit meinen Klienten zu arbeiten. Ich führe Seminare in unterschiedlichsten Städten und Ländern durch und gebe dabei immer Hausaufgaben auf, die ich anschließend auf große Entfernungen betreuen muss. Manchmal habe ich mich sogar gewagt, kleine Aufstellungen distanziert durchzuführen. Allerdings kannte ich hierbei die Klienten schon von vorher.

Es gab zwei Gründe, aus denen sich L. eine externe Aufstellung wünschte. Zum einen gab es auf einen 1000-km-Radius um ihren Wohnort nur einen Spezialisten für Systemaufstellungen und dieser war eine 13-stündige Autofahrt entfernt. Außerdem hat sich L. über verschiedene Aufsteller und ihre Methoden erkundigt und war von meiner Arbeitsweise am meisten überzeugt. Sie schrieb mich an mit der Bitte einen Weg zu finden trotz der Distanz mit ihr zu arbeiten. Sie unterstrich, dass ihr mein spirituell-orientierter Ansatz besonders nahe ging und wie sehr sie mir vertraute.

Von L. Schreiben war ich so sehr berührt, dass ich ihr einfach nicht absagen konnte. Ich habe sie gewarnt, dass ich in so einem Format (es ging um eine vollständige Aufstellung online) zum ersten Mal arbeite. Ich war aber bereit ein Risiko einzugehen. L. war begeistert sich auf dieses Experiment einzulassen und war sofort einverstanden. Ich glaube aber, dass es ihr nicht genau bewusst war, was das heißt.

Damals war ich in Moskau und hatte nur ein Laptop ohne Kamera. Ich habe einen Stellvertreter eingeladen, was sich als sehr hilfreich erwies, sowohl für mich als auch für die Klientin (zu zweit haben wir produktiver und genauer gearbeitet, außerdem hatte ich so auch weniger Angst). Wir haben ungefähr 3 Stunden lang gearbeitet. Da wir nicht im gleichen Raum waren, mussten wir nicht nur Gefühle, sondern auch die Lage der Stellvertreter – sowohl den Menschen, als auch materieller Objekten – im Raum wörtlich beschreiben. Ich habe es nicht erwartet, aber die Aufstellung hat sich als eine sehr erfolgreiche herausgestellt. Hier ist in Kürze Ls. Erfahrungsbericht (#23 vom 08.09.2012, abrufbar unter https://iis-berlin.ru/de/feedback/):

Vor kurzem habe ich eine Online-Aufstellung per Skype mit Natalia gemacht. Herzlichen Dank! Seitdem ich angefangen habe, die Übungen, die Sie mir nach der Aufstellung gegeben haben, regelmäßig zu machen, fühle ich mich wohler. Mein Denken ist klarer geworden. Eine komplexe Situation sehe ich jetzt in einzelnen Bildern. Das Gefühl, dass ich von einer Welle getroffen bin, die mich ständig durcheinander bringt, ist nun weg. Ich fühle mich jetzt so entlastet. Ich glaube sogar, dass ich wieder eine Kraft finde, um mein Leben in die richtige Bahn zu lenken und wieder lebensgewandt und fröhlich zu werden. Ich werde nun nie wieder mich als „Großmutter“ bezeichnen, auch scherzhaft nicht. Wenn ich mich mal als ein Sandkorn in Meer vorstelle, habe ich keine Angst mehr. Es stürmt, ich bleibe aber gelassen. Ich muss dem Sturm nicht wiederstehen und mich nicht fürchten, dieses Unwetter nicht zu überleben. Ich habe innere Ruhe gefunden. Auch wenn ich noch immer viele sich überschlagende Gedanken mache, so überwältigen mich diese nicht. Vielen vielen Dank!

Dieses erste Experiment verdeutlichte, dass Aufstellungen im Online-Setting möglich sein sollten, auch wenn das keine einfache Arbeitsweise ist. Meinen Beobachtungen nach war das Resultat dabei nicht geringer, teils sogar vielversprechender als in traditionellen Aufstellungen.

Ausgehend von diesem ersten Einblick entfalteten und perfektionierten wir gemeinsam mit einer Kollegin den Prozess einer Aufstellung im Online-Setting. Das Ergebnis unserer Elaboration soll im Verlauf dieses Artikels kurz vorgestellt werden, indem zunächst eine kurze Beschreibung der Methode erfolgt. Anschließend werden wir ihre Besonderheiten näher beleuchten. Es wird gezeigt, dass das Aufstellungsfeld mit all seinen Eigenschaften und Wirkungsweisen nicht aufhört zu existieren, nur weil sich die Teilnehmer nicht physisch in einem Raum aufhalten. Bei einer Online-Aufstellung verlagert sich dieses Feld auf eine virtuelle Ebene. Jeder, der Zugang zum Geschehen in der Aufstellung hat und mit den anderen Teilnehmern in Kontakt ist, wird in der Lage sein das wissende Feld an seinem Aufenthaltsort zu projizieren. Die Einheitlichkeit des Feldes ist aber dennoch gewährleistet. Denn um einander wahrzunehmen, müssen Menschen nicht zwingend in einem Raum sein. Gefühle, Sinneseindrücke und Beobachtungen transferieren sich auch online, und zwar auf die gleiche Art und Weise, wie in einer traditionellen Aufstellung.

Zunächst aber noch ein bezeugender Erfahrungsbericht meiner Kollegin aus Chabarowsk (Nadegda M. vom 02.03.2015, abrufbar unter https://iis-berlin.ru/de/feedback/):

Ich bin selbst systemische Aufstellerin und möchte hier von meinen Erfahrungen der Teilnahme an einem Webinar bei Natalia Spokoinyi berichten. Das liegt nun schon ein paar Jahre zurück. Ich war an der Thematik und dem Format eines Webinars interessiert und wollte dieses ausprobieren. Ich nahm an einer Aufstellung in Skype als aktiver Stellvertreter teil.
Der Ansatz war experimentell, weswegen ich wie auch Natalia von der Klarheit des entstehenden wissenden Aufstellungsfeldes überrascht war. Meine Sensorik und Intuition sind ziemlich gut entwickelt, sodass ich keine Schwierigkeiten hatte die Figuren des Klienten räumlich in meinem Zimmer zu positionieren.
Natalias Feingefühl und Spürsinn bei der Arbeit mit allen Beteiligten, Stellvertretern und Klienten hat mir sehr gefallen. Auch wenn wir überall in der Welt verstreut waren, hat es sie nicht daran gehindert erfolgreich zu arbeiten. Ich war auch zuvor davon überzeugt, dass Informationen aus der Herkunftsfamilie allen DNA Trägern zugänglich sind und ihre universellen Formate der Informationsspeicherung haben.
Kommt man durch seinen Körper in Resonanz mit dem wissenden Feld der DNA, ist man in der Lage mit jeder Person und den Ahnenstrukturen zu interagieren sei es via Internet oder nicht. Es bedarf nur einer besonderen Sensibilität des Menschen/Aufstellers. Es war sehr interessant. Vielen Dank, Natalia, für die Möglichkeit zu erfahren und zu beobachten, wie das bei anderen Menschen funktioniert!

Verlauf einer Online-Aufstellung

Prozessvorbereitung und Besonderheiten

Eine Online-Aufstellung ist ein Aufstellungssetting, bei dem sich der Therapeut, der Klient und alle Teilnehmer an ihren Computern befinden. Alle Teilnehmer benutzen eine für Video-Konferenzen geeignete Software (momentan ist es ooVoo), die allen ermöglicht sich gegenseitig zu hören, zu sehen und den gesamten Prozess zu verfolgen.

Grundlegend setzt sich die Online-Aufstellung aus den gleichen Etappen zusammen, wie eine klassische Aufstellung. Die Prozessführung unterscheidet sich hingegen bedeutend.

Erste Nuancen sind bereits in der Interview-Phase zu beachten, wenn sich das Anliegen formieren soll. Im traditionellen Aufstellungsformat wird bspw. empfohlen den Klienten rechts vom Leiter sich zu setzen – da rechts gleichbedeutend mit hierarchisch überlegen ist. Hiermit wird verdeutlicht, dass der Klient die wichtigste Person in der Aufstellung ist. Dieser ist selbst für sich und sein Leben verantwortlich, während der Therapeut nur den Prozess moderiert. Natürlich ist es in einem Online-Setting nicht möglich jemanden rechts von sich zu setzten. Daher müssen andere Wege (verbaler und non-verbaler Natur) gefunden werden, um dem Klienten seine Bedeutsamkeit zu verdeutlichen. Entscheidend ist hierfür die innere Einstellung des Aufstellers: Als nur ein Begleiter muss er Feingefühl zeigen, um den Erfolg zu sichern.

Weiterhin wird beim Abklären des Anliegens auch dem Augen- und Körperkontakt des Klienten mit dem Therapeuten Bedeutung zugemessen, denn dieser erleichtert den Zugang zu primären Gefühlen (die im Unterschied zu sekundären Gefühlen zu Handlungsbereitschaft führen). Arbeitet man Online, muss das Fehlen dieser wertvollen Komponenten kompensiert werden. Der Klient muss dabei unterstützt werden, den Zustand der physischen Präsenz („das hier und jetzt“) aufrecht zu erhalten. Im IIS-Berlin entwickeln wir fortwährend darauf gerichtete Methoden und Techniken. Eine gute Wirkung zeigen bspw. Fragen wie „Ganz spontan – was siehst/fühlst/denkst Du gerade?“ oder „Was ist das erste, das Dir in den Sinn kommt?“

Interview

Die Aufstellung beginnt mit einem Interview, wobei der Aufsteller den Klienten ausfragt und auf diese Art und Weise das Anliegen klärt. Da die Effektivität der Aufstellung ein aktuelles, ins Leben gerichtetes, energiegeladenes Anliegen voraussetzt, ist Sorgfalt bei seiner Formulierung essentiell. Im Online-Setting ist seine Klarheit umso wichtiger, da sich der Prozess schwieriger gestaltet und der Ablauf zumindest doppelt so lang ist.

Aus meiner Erfahrung passt hier am besten die Formel “Was sollte ich tun, um …” Diese Formulierung bringt den Klienten unmittelbar dazu, die Verantwortung für sich selbst und sein Leben zu übernehmen.

Von Anfang an ist es ganz wichtig dem Klienten beizubringen, dass die Arbeit darauf abzielt, die Ganzheitlichkeit seiner Persönlichkeit wiederherzustellen –Körper, Emotionen, Intellekt und Geist sollen zu einer Einheit werden. Das Höhere formt dabei das Niedere. Der Geist schafft eine Form für sich. In diesem Zusammenhang bildet der geistlich orientierte Ansatz den Eckpunkt unserer Arbeit am IIS-Berlin – die Seele lässt sich am besten mit den geistlich-bezogenen Tools therapieren. Einer der einfachsten und effektivsten Ansätze in diesem Bereich ist „Das vierteilige Modell Körper-Emotionen-Intellekt-Geist“, entwickelt für die Arbeit mit schweren psychologischen Traumata entworfen hat. Mehr Informationen dazu gibt es unter https://iis-berlin.ru/de/artikel-praesentationen/artikel/vierteiliges-modell/.

Ist der Auftrag formuliert, schlägt der Aufstellungsleiter unterschiedliche Arbeitsvarianten vor und stellt die aktuelle Situation des Klienten auf. Dazu gibt es verschiedene Methoden:  Entweder werden Familienmitglieder und ein freies Element (z.B. das Geld, ein Symptom, ein zukünftiges Kind) oder aber Strukturelemente, z.B. innere Anteile (beim Vier-Teile-Modell), aufgestellt.

Stellvertreter in Online-Aufstellungen

Ihre Unterstützung beim Formen des Anliegens und Besonderheiten ihrer Positionierung im Blickfeld des Klienten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Stellvertreter in die Aufstellung einzuführen. Folgende Personen/Objekte können in die Rolle eines Vertreters eintreten:

  • Der Klient selbst, sein Körper und seine Gefühle;
  • Der Aufsteller;
  • Andere Menschen;
  • „Sprechende“ Objekte im Raum: Spielsachen, Souvenirs, Skulpturen, Stühle und andere Möbelstücke; Taschen und Rucksäcke; Bücher, u.a. an bestimmten Stellen aufgeschlagen; Flaschen, Bilder und Postkarten; Elektrogeräte (besonders häufig wird aus irgendeinem Grund der Staubsauer in der Rolle des Aggressors genutzt) usw.

Informationen kann man außerdem aus unterschiedlichen Ereignissen bekommen, wie z.B. wenn das Telefon läutet, etwas vor dem Fenster geschieht oder Tiere sich auf eine besondere Art und Weise verhalten.

In dem Moment, wo das Anliegen formuliert wird, kann man einen Stellvertreter für den Klienten selbst und 1-2er Hauptelemente einführen, wie z.B.: ein Symptom, ein freies Element, ein Element aus dem System des Klienten bzw. seiner inneren Anteile (falls mit dem 4-Teile Modell gearbeitet wird). Oftmals agiert der Klient als Stellvertreter für sich selbst (meistens macht er das sitzend), seltener für einen seiner Familienmitglieder.

Beim Aufstellen der Stellvertreter ist insbesondere zu beachten, dass diese für den Klienten gut sichtbar sein müssen. Aus diesem Grund schaffen wir im Raum des Systemaufstellers eine Nachbildung des Aufstellungsfeldes auf einer übersichtlichen einfarbigen Decke. Auf dieser Fläche wird das Geschehen der Aufstellung „dokumentiert“ in einer räumlichen Projektion. Von Vorteil ist, dass hier die Entfernungen zusammengeschrumpft und durch die Größe der Decke begrenzt sind, was die für das Online-Setting notwendige Übersichtlichkeit schafft. Stellvertreter werden zunächst zentriert auf der Decke platziert und suchen sich anschließend ihren Platz auf der Aufstellungsfläche. Sollten Stellvertreter von einander Distanz suchen, kann es passieren, dass sie die Begrenzung überschreiten, teils sogar das Zimmer verlassen. Bei Bedarf kann man in diesem Fall Entfernungen um einige Dimensionen verkürzen, um sie ins Sichtfeld zurückzuholen. Dann muss der Aufsteller Distanzverhältnisse zwischen Stellvertretern zusätzlich explizit ansagen, um daran zu erinnern, dass in einem komprimierten Raum gearbeitet wird. Der Klient und sein Vertreter müssen z.B. darauf hingewiesen werden, dass die Entfernung zwischen ihm und seiner Mutter nicht einen halben Meter beträgt, sondern 10 Mal so groß ist.

Ablauf der Online-Aufstellung und ihr Abschließen

Es empfiehlt sich bei einer Aufstellung im Online-Setting in kleinen Schritten zu arbeiten, wobei man in einem intensiven Kontakt mit dem Klienten bleibt. Immer wieder sollte man nachfragen: “Was bedeutet das für Dich?”, “Was fühlst Du gerade?” Hilfreich ist es auch in regelmäßigen Abständen zusammenzufassen, welche Entwicklungen es bisher gab und sich zu erkundigen welche folgenden Schritte sich der Klient wünscht. Aktiv am

Aufstellungsprozess mitzuwirken ist für den Klienten von großer Bedeutung. Der Aufstellungsleiter muss wiederum die Zeit im Blick haben und darauf achten, ob der Klient für das Geschehen noch aufnahmefähig ist.

Fehlt es an Stellvertretern, erinnert die Online-Aufstellung an das Format des Einzelsettings, allerdings ohne Bodenanker. Stattdessen werden Objekte aus dem Raum verwendet, in dem sich der Systemaufsteller befindet. Manchmal empfindet der Klient es als hilfreich in seinem Raum eine Kopie des Aufstellungsfeldes zu schaffen. In diesem Fall kann er die Position verschiedener Stellvertreter einnehmen und die Eindrücke und Empfindungen vergleichen. Dem Aufsteller gibt das zusätzliche Informationen.

Lösungssätze, Verbeugungen, die Suche nach einer guten Lösung laufen nach dem gleichen Prinzip wie in einer traditionellen Aufstellung ab.

Schließlich kommt man zu der letzten Phase der Aufstellung, in der die wichtigsten Meilensteine und die erarbeitete Lösung besprochen werden. Bei Bedarf können die aufgefundenen Ressourcen und das neue, sich im Laufe der Aufstellung ergebene Bild, erneut getestet werden. Die Ergebnisse der durchgemachten Arbeit und einzelne Aspekte müssen detailliert besprochen werden. Der Klient bringt die Vertreter (wenn das andere Menschen waren) aus ihren Rollen heraus und lässt andere Objekte ganz normal einordnen, sodass sie ihren ursprünglichen Sinn zurückgewinnen.

Nach der Aufstellung erteilt der Aufsteller Hausaufgaben, die im Falle einer Online-Aufstellung ein sehr wichtiges und obligatorisches Element darstellen. Es ist empfehlenswert, innerhalb von 7-15 Tagen (abhängig von Länge und Komplexität der Aufstellungsarbeit) eine unterstützende Therapie mit dem Klienten durchzuführen. Ziel ist es bei den Hausaufgaben zu unterstützen, wie auch der Aufstellungsergebnisse zu festigen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll die Online-Aufstellung innerhalb eines Gesamtpakets anzubieten, das Vor- und Nachbereitung (bspw. ein zwei-wöchentliches Coaching) einschließt.

So fühlt sich der Klient abgesichert, und der Therapeut kann die Effekte seiner Arbeit sehen und eventuell korrigieren, nacharbeiten oder bestimmte Aspekte akzentuieren. Außerdem ergibt sich daraus eine gute Möglichkeit für den Therapeuten selbst, eine zusätzliche Erfahrung zu gewinnen, seine Stärken und Schwächen zu entdecken und damit eine solide Basis für seine Weiterentwicklung zu bilden.

Besonderheiten der Arbeit in einer Online-Gruppe

Während Objekte auf der durch die Decke markierten Aufstellungsfläche als eine Art Platzhalter fungieren und die Positionierung im Raum dokumentieren, kommt das Wissen am besten durch das klassische Stellvertretertum. Hierfür kann man mehrere Stellvertreter einladen, die entweder mit dem Aufstellungsleiter/Klienten in einem Raum sind oder aber online zugeschaltet werden.

Die Praxis zeigte, dass trotz der Distanz zum Klienten Stellvertreter ihre Rollen ebenso intensiv erfahren, wie im Offline-Modus. Der hauptsächliche Unterschied besteht darin, dass der online-Vertreter nicht auf seiner Position im Feld steht, sondern vor seinem Rechner sitzt.

Manchmal macht es auch Sinn, ihn darum zu bitten das Geschehen und Aufstellungsfeld im eigenen Raum zu duplizieren. So fühlen die Stellvertreter den Draht zu den wichtigen Figuren besser.

So entstehen während einer Online-Aufstellung mehrere Minikopien des Aufstellungsfeldes, die sich territorial oft in verschiedenen Ecken der Welt befinden. Es ist davon auszugehen, dass die Duplikation zusätzliche Zeit und Anstrengung abverlangt, letztlich ist es aber für den Klienten und die Stellvertreter selbst oft von großem Mehrwert.

Innerhalb der insgesamt 2-jährigen Aufstellungspraxis in Online-Gruppen (ca. 300 Aufstellungen) hat sich immer wieder bestätigt, dass es in Wahrheit nur ein einheitliches Aufstellungsfeld gibt. Das kommt vor allem in dem Phänomen zum Ausdruck, dass die Vertreter in verschiedenen Ecken der Welt auf den gleichen Plätzen (in den gleichen Rollen) auch das gleiche fühlen.

Ich kann nicht umhin, hier wenigstens eines der zahlreichen Anekdoten als Illustration anzuführen. In 2012 arbeitete ich in einer Online-Gruppe, stellte die vier inneren Teile auf – Körper, Emotionen, Intellekt und Geist. Die Stellvertreterin für den Körper (V.) befand sich dabei in einem Raum mit mir in Berlin, während die Stellvertreterin für die Emotionen (N.) online zugeschaltet war. In Berlin stellten wir ein Objekt als Platzhalter für die Emotionen auf – eine Tasche, gefüllt mit Abbildungen von Menschen in verschiedenen Stimmungslagen. Der Körper umklammerte die Emotionen von hinten, daher V. hielt die Tasche fest. Während wir uns auf den Stellvertreter des Geistes konzentrierten, war V. nicht mehr im Blickfeld der Kamera. Plötzlich meldete sich N. stellvertretend für die Emotionen zu Wort: „Ich habe das dringende Bedürfnis zwei Schritte nach hinten zu rücken!“ Ich sah mich zu V. um und bemerkte, dass sie vom Platzhalter der Emotionen etwa zwei Schritte entfernt saß. Ich fragte den Körper, wo sich die Emotionen relativ zu ihm befinden sollten. V. antwortete, dass der Körper sich nah an den Emotionen wünscht. Zu vereinnahmt vom Geschehen rückte die Stellvertreterin weg und „vergaß“ für einen Moment die Emotionen „mitzunehmen“. 7500 km Luftlinie entfernt merkte die Stellvertreterin N. das sofort, obwohl es ihr oder auch dem Klienten unmöglich war V. und ihre Tasche zu sehen. Für mich war das ein weiteres Wunder der aufstellerischen Arbeit. Wichtige Informationen kommen im Online-Format genauso ganzheitlich wie in der traditionellen Aufstellung.

Grundsätzlich ist der Unterschied zwischen Offline- und Online-Vertretern deutlich zu spüren. Ein Vertreter im klassischen Sinne hat mehr Bewegungs- und Handelsfreiheit, weil er das Aufstellungsfeld als Ganzes sieht. In einer Online-Aufstellung muss man sich aber an das Kameraformat und deren Umfangsfeld anpassen, sodass der Klient den größten Teil des Feldes einschließlich aller Vertreter-Objekte im Blick hat. Wenn das Geschehene nicht auf den Bildschirm passt, muss dem Klienten alles deutlich erklärt und beschrieben werden, was den Fortschritt deutlich verlangsamt.

Eine besondere Hürde der Online-Arbeit ist, dass der Aufstellungsleiter, die wichtigsten Stellvertreter und möglichste auch der Klient in der Lage sein müssen, die ganze Arbeit (das gesamte Aufstellungsfeld) zu erblicken. Das sind aber in der Regel mehrere Bildschirmfenster auf einmal (manchmal steigt deren Anzahl bis zu 7-10 Stück. Im Sinne der Übersichtlichkeit oder aus anderen Motiven (wünschen einige Klienten nur mit ihnen vertrauten Personen zu arbeiten) kann es zweckmäßig sein, die Anzahl von Stellvertreter zu begrenzen. Diese müssen dann teils mehrere Rollen verkörpern und zwischen ihnen wechseln, was selbstverständlich nur sehr erfahrenen Vertretern gelingt. Diese können flexibel zwischen Rollen hin und her wechseln (wenn die Gruppenmitglieder nicht ausreichend sind), während Objekte ihre Platzhalter einnehmen. In Extremfällen z.B. repräsentiert der linke Körperteil eine Rolle, und der rechte eine andere. Dazu benötigt man aber ein extra Training, das wir unseren Studierenden separat anbieten.

Auch die Moderation einer Online-Aufstellung hat ihre Nuancen. Im Laufe der Aufstellung können die Stellvertreter Feedback geben, wenn es sie eine Reaktion auf bestimmte Worte des Klienten fühlen. Damit man sich aber nicht ins Wort fällt oder bestimmte Rollen unterdrückt, müssen Kommunikationsregeln aufgestellt werden. Es gibt zwei verbreitete Wege, dies umzusetzen – entweder heben sie die Hand oder sie melden sich laut zu Wort. Dabei verfügt der Aufstellungsleiter über eine bestimmte Auswahl an non-verbalen Gesten, die alle verstehen, was deutlich zur Beschleunigung des Steuerungsprozesses beiträgt und es ermöglicht, Zeit und Energie zu sparen. Wenn mit Vertreter-Objekten gearbeitet wird, ist besonders darauf zu achten, dass sich besonders langsam im Raum bewegt wird. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass der Klient das Geschehene besser verarbeiten kann und den roten Faden nicht verliert. 

Unabdingbare Eigenschaften eines Online-Systemaufstellers

Im Vergleich zu klassischen Aufstellungsformaten muss der Online-Aufstellungsleiter einige zusätzlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen. Ähnlich dem Einzelsetting oder bei einem Mangel an Stellvertretern sollte er in der Lage sein:

  • mehrere Funktionen zu vereinen – als Leiter und Stellvertreter
  • gleichzeitig eine Rolle zu verkörpern und das gesamte Aufstellungsfeld im Blick zu behalten
  • schnell und flexibel von einer Rolle in eine andere umzuschalten

Äußerlich erinnert das stark an ein Puppentheater mit nur einem Darsteller. Dieser schauspielt alle Rollen, wechselt zwischen zwei oder mehr Puppen. So vertritt auch der Aufsteller nacheinander alle Rollen, mal den einen dann den anderen Stellvertreter auf dem Aufstellungsfeld verkörpernd. Er hält die das Objekt hoch und verlautet die Empfindungen in dieser Rolle, sowie seine Erläuterungen als Leiter. Dann stellt er den Platzhalter zurück und wechselt zur nächsten Rolle.

Offensichtlicherweise, setzt eine solche Art der Arbeit eine hervorragende Intuition voraus, die Fähigkeit sich augenblicklich zu erden und von einer spirituell-intuitiven auf eine intellektuelle, emotionale oder physische Ebene umzustellen. Zunächst scheint es, als wären nur einzelne zu hierzu fähig. Aber dem ist nicht so. Am IIS Berlin haben wir gelernt diese Fähigkeiten zu fördern und zu entwickeln. Wir bilden unsere Studenten in diesem Bereich aus und geben ihnen die Möglichkeit sich in Praxisarbeit zu entfalten.

Es ist besonders wichtig für diese Arbeit zu verstehen, dass wir es hier mit spirituellen/geistigen Gesetzen zu tun haben. Nicht alles lässt sich mit dem Intellekt erschließen oder erlernen. Für die aufstellerische Arbeit online muss man den spirituell-orientierten Ansatz der Psychotherapie verinnerlichen. Ein Online-Aufsteller kann nur erfolgreich arbeiten, wenn er genügend geistige Reife und Erfahrung besitzt, sich von den höchsten menschlichen Werten leiten lässt. Er muss in der Lage sein dem Klienten neue Perspektiven und Dimensionen auf ihre Probleme zu eröffnen, um das Verdeckte, das wirklich Wichtige zum Vorschein zu bringen. Sollte der Klient eine Veränderung wünschen (und nur falls er sich das wünscht), hat der Aufsteller die Aufgabe ihn in die richtig Bahn dafür zu lenken, ihm den ersten Schritt aufzuzeigen.

Resume

Zusammenfassend lässt sich bemerken, dass Aufstellungen im Online-Setting außerordentlich anspruchsvoll und aufwendig sind. Andererseits ist die Arbeitsweise auch extrem gefragt und daher sehr dankbar. Ihre Notwendigkeit ist unbestritten – insbesondere in Regionen, die von Aufstellern noch unerschlossen sind, sind Klienten darauf angewiesen. Sie verbindet Menschen aus allen Teilen der Welt, erweitert die normalerweise geografisch begrenzte Wahl der zur Verfügung stehenden Experten. Sie ermöglicht in internationalen, über Kulturkreise hinausreichenden Gruppen.

Ein weiterer Vorteil des Arbeitens online ist die Möglichkeit auch den Dolmetscher extern zuzuschalten. Eine gute Übersetzung kann für die Qualität der Aufstellung entscheidend sein. Es ist keine einfache Aufgabe einen Interpreten zu finden, die nicht nur exzellente Sprachkenntnisse hat, sondern auch aufstellungsspezifische Terminologie beherrschen und eine gute Intuition besitzt. Da solche Übersetzer sehr gefragt sind, lehnen sie mit Reisen verbundene Aufträge meist ab. Diesen aus jedem Ort zuschalten zu können ist ein großer Gewinn.

Dieser Artikel stellt nicht nur die Nachfrage für Online-Aufstellungen fest, sondern argumentiert ihre Existenzberechtigung parallel zu traditionellen Aufstellungsformaten. Fehlt es im Online-Format an einigen Attribute klassischer Aufstellungen, konnte dennoch gezeigt werden, dass die grundlegende Wirkungsweise dieselbe bleibt. Trotz räumlicher Distanz konstatiert sich ein Aufstellungsfeld und hat die gleichen Eigenschaften, als wären alle Teilnehmer im selben Raum. Mangel an Körper- und direktem Augenkontakt mit dem Klienten werden durch speziell entwickelte Techniken kompensiert.

Das Online-Format ist neben dem Einzelsetting und Aufstellung in Imagination auch in Kombination mit einer Online-Gruppe möglich. Dabei kann jeder Stellvertreter, wie auch der Klient, eine Kopie des in Wahrheit einheitlichen Aufstellungsfeldes in den eigenen Raum projizieren. Stellvertreter in unterschiedlichen Punkten der Erde erleben in denselben Rollen die gleichen Empfindungen und das Phänomen der „repräsentativen Wahrnehmung“ intakt bleibt.

In meiner zweijährigen Praxis mit Online-Aufstellungen hat sich ihre Effektivität bestätigt, teils die Ergebnisse on traditionelleren Formaten sogar übertreffend.

Es gibt noch keine wissenschaftliche Fundierung dieses Phänomens. Ich glaube aber, dass dabei folgendes eine große Rolle spielt: Da eine Online-Aufstellung langsamer verläuft, ermöglicht es dem Klienten das Geschehene besser zu verinnerlichen. Außerdem fokussiert der Aufstellungsleiter seine ganze Aufmerksamkeit hauptsächlich auf den Klienten und nicht auf die zahlreichen Vertreter, was einen besseren Kontakt des Aufstellers mit dem Klienten ermöglicht.

Da die Methode eine komplette Neuentwicklung ist, sollte der Leser hier mit den ersten Grundlagen und Erfahrungen vertraut gemacht werden. Für Feedback, Anmerkungen und Anregungen wäre der Autor sehr dankbar.

Ich hänge hier einige Erfahrungsberichte an, um die geschrieben Worte zu bestärken. Diese und weitere Feebackposts meiner Klienten finden Sie unter https://iis-berlin.ru/de/feedback/

Aus Feedbackberichten zu Online-Aufstellungen 

Ber.#:26: 08.01.2014, Uebersetzung (ru-de)

Guten Tag!

Ich heisse Lyubow. Vor kurzem stand ich einer schwierigen Wahl zwischen zwei Maennern. Ich habe den Kontakt mit Natalia aufgenommen und sie darum gebeten, eine Online-Aufstellung per Skype durchzufuehren. Anders ging es nicht, weil ich in Moskau wohne und Natalia in Deutschland ansaessig ist. Als wir die Aufstellung angefangen haben, war ich mir nicht sicher, ob es ueberhaupt Sinn macht da unsere Kommunikation uebers Internet verlief. Natalia hat aber ganz schnell mein Vertrauen gewonnen. Ausser ihr nahmen noch zwei andere Personen an der Aufstellung teil. Insgesamt hat die Aufstellung drei Stunden gedauert. An dem Tag hat Natalia statt einer sieben Aufstellungen nacheinander durchgefuehrt. Sie hat gemerkt, dass ich so eine intensive Arbeit leicht ueberstehen kann. Danach fuehlte ich mich aufgemuntert und sehr begeistert. Ich hatte ein Gefuehl, dass ich nun gar keine Probleme mehr habe. Natalia hat sich Sorgen um mich gemacht. Sie hat mich jeden Tag angerufen: Sie hat mir Hausaufgaben gegeben und mich sehr dabei unterstuetzt, mich in einigen Lebenssituationen durchsetzen zu koennen.
Es war tatsaechlich sehr hilfreich fuer mich. Manchmal habe ich mich erschoepft gefuehlt. Es ging mir so als ob jemand mich in mehrere Teile aufgeteilt und danach versucht hat sie wieder zusammenzukleben. Ich wollte mich in meinem emotionalen Zustand vor der Aufstellung wiederfinden. Ich habe gespuert, dass etwas an mir anders geworden ist, das war aber kein schoenes Erlebnis, weil das, was dazugekommen ist, sich fremd anfuehlte. Nachdem ich angefangen habe, die Hausaufgaben zu machen, habe ich eine grosse Erleichterung und einen rasanten energischen Aufschwung erlebt. Nach einer gewissen Zeit habe ich gemerkt, dass ich einige Alltagssituationen nun anders wahrnehme. Die Art und Weise wie ich auf sie reagiere kommt mir ganz neu vor, als ob ich dabei die Emotionen eines anderen Menschen empfinde. Ich muss zugeben, dass es mir sehr gefaellt!!! Jedes Mal wenn ich nun depressiv bin, bleibe ich ganz cool und gelassen. Ich denke immer daran, dass diese schwere Phase schnell vorbei ist, und lasse mich nicht mehr von etwas fuer eine lange Zeit deprimieren. Frueher war es ganz anders: Ich habe mich dauerhaft niedergeschlagen gefuehlt. Mein Vater hat ebenfalls sein Verhaeltnis zu mir geaendert. Er ist mehr aufmerksam geworden. Die Beziehung zwischen meinen Eltern hat sich ebenso geaendert: Es schneint mir, sie sind jetzt naeher zu einander geworden. Auch das urspruengliche Ziel der Therapie habe ich erreicht. Ich habe die Wahl zwischen den beiden Maennern getroffen. Auch wenn ich mich damit noch nicht so ganz zurechtkomme, bin ich schon fest in meiner Meinung und davon ueberzeugt, dass alles demnaechst wieder gut wird.
Ich danke Natalia sehr fuer Ihre Arbeit und Unterstuetzung.

 

Ber.#:24: 18.10.2012, Uebersetzung (ru-de)

 Auf die Idee Kontakt mit Natalia aufzunehmen kam ich nicht selbst. Eine Kollegin von mir hat es mir empfohlen. Ich wollte sehr ein Kind bekommen, deshalb habe ich mich fuer eine Aufstellung entschieden.
Die Aufstellung haben wir per Skype durchgefuehrt! Ehrlich gesagt, habe ich mich grosse Sorgen darueber gemacht und hatte Zweifel, dass es ueberhaupt klappt. Aber alle meine Besorgnisse waren umsonst. Alles ist sehr gut gelaufen. Ich hatte die ganze Zeit das Gefuehl, dass Natalia neben mir ist. Das ist ein Wunder, dass ich trotz der Entfernung die Gelegenheit hatte, mit ihr ins Gespraech zu kommen.
Nach der Aufstellung fuehle ich mich wie in einem gemuetlichen Zuhause – sicher und umgeben von einer friedlichen und ruhigen Atmosphaere. Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen. Meine Selbstreflexion ist auch effizienter geworden. Ich habe angefangen klarer zu denken und meine Naechsten so wie sie sind wahrzunehmen, ohne dabei Vorwuerfe zu machen und sonst irgendwelche negative Gefuehle zu empfinden. Ich mache sehr fleissig alle Hausaufgaben, die mir Natascha gegeben hat. Wenn schon denn schon! Ich mache sie zweimal pro Tag. Gestern Abend, als ich sie gemacht habe, habe ich an meine Verwandten gedacht und habe mir die drei Personen sofort vorgestellt. Sie waren zusammen, wie auf einem Familienfoto. Sie laechelten mich zu, und deren positive Stimmung war von ihren Augen abzulesen: Man hat diese kleine Falten in Augenwinkeln gesehen. Sie sahen sehr jung aus, aber deren Blick hat viel Reife und Erfahrung ausgestrahlt. Mit so einem Blick voller Weisheit, Liebe und Ruhe sehen die Grosseltern deren Kinder und Enkelkinder an.
Meine geaenderte Attitude hatte auch eine Auswirkung auf meinen Arbeitsalltag. Ich habe bemerkt, dass ich kein Gefuehl mehr habe, dass meine Chefin mir staendig auf die Nerven geht. Das hat mich sehr gewundert. Normalerweise kann ich kaum mit ihr zusammen in einem Raum aufhalten, da geht es immer ganz schlecht. Und hier so was… ? Nun nehme ich die Situation so wie sie ist wahr. Ich glaube jetzt auch mehr an meine eigenen Kraefte. Es war mir sehr wichtig, mir selbst einen Nachlass zu geben und mich so zu lieben wie ich bin, ohne dabei meine Faehigkeiten zu bezweifeln. Meiner Meinung nach entfaltet sich der Nutzen der Aufstellung mit der Zeit. Ich bin Natascha sehr dankbar, dass sie sich so sehr fuer ihre unschaetzbare Arbeit einsetzt!

 Anmerkung: Im November 2013 hat Victoria eine huebsche gesunde Tochter zur Welt gebracht.

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