Integralaufstellung – 3 Anliegen: Panikattacken, Probleme beim Sex, Depression von 18-jährige Tochter

Aufstellung vom 11.11.2014, Ekaterina USA

Als ich mich für die Aufstellung entschieden habe, war ich am Ende meiner Kräfte. Ich bin in ein fremdes Land gezogen, war mit einem Mann verheiratet, der aus einer anderen Kultur stammte und zwei Töchter hatte, eine von denen in dem Moment in der Pubertät war. Außerdem bin ich ungeplant schwanger geworden. Das alles war sehr anstrengend.

Die Aufstellung selbst

Es war an der Zeit Hilfe zu suchen. Ich habe beim Universum Hilfe erbeten, meine Schwierigkeiten mit Hilfe von Aufstellungen zu überwinden. Mit der Methodik der Aufstellungen war ich vertraut, weil ich bereits als Klient und auch als Stellvertreter teilgenommen habe. Das Universum hat sich bei mir durch das Internet gemeldet und zwar bin ich auf die Webseite von Natalia Spokoinyi gestoßen. Ich habe beschlossen mich ihr anzutrauen.

Ich hatte drei Anliegen. Ich wusste, dass man normalerweise nur ein Anliegen bearbeitet. Aus diesem Grund war ich echt erstaunt, als Natalia mir vorgeschlagen hat, uns alle drei anzuschauen. Erstens ging es darum,  meine ältere Tochter zum normalen Leben zurückzuholen. Sie hatte in 11 Monaten kaum das Haus verlassen und sich  für so gut wie gar nichts interessiert. Zweitens wollte ich wissen, was ich alles unternehmen muss, damit meine Energie beim sexuellen Kontakt mit meinem Mann nicht nachlässt. Letztens wollte ich meine irrationale Angst, unter der ich schon seit mehreren Jahren leide und die ich als nächtliche panische Attacken erlebte, bewältigen.

Die Aufstellung hat mit der Analyse der Ganzheit meiner Persönlichkeit angefangen, was für mich ganz neu war. Wir haben uns vier Elemente – den Körper, Emotionen, das Intellekt und den Geist – angeschaut. Es hat sich herausgestellt, dass der Geist sogar zweigespaltet war. Einerseits war er zum Tod und andererseits zum Leben hin gerichtet. Aber sowohl auf der einen noch an der anderen Seite hat an der Energie gefehlt. Durch die Fragen von der Aufstellerin habe ich verstanden, warum mich der lahme, abweisende Zustand meiner Tochter gestört hat. Es hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ebenfalls kein richtiges Leben lebe. Vor mir stand nun das Ziel besser nachvollziehen zu können, wofür meine ganze Lebensenergie aufgebraucht wird und was mein Mann damit zu tun hat. Obwohl viele Leute sich bereit erklärt haben mir zu helfen – es gab viele Stellvertreter und die Gruppenenergie war spitze – hat sich die Aufstellung sehr mühsam entwickelt. Wir sind oft gestolpert – ich hatte abwechselnd das Gefühl, dass wir keinen Fortschritt machen, uns im Kreis drehten oder einfach in einem Sumpf versunken sind. Erst am Anfang der vierten Arbeitsstunde sind wir innerhalb meines Familiensystems zu meiner Großmutter durchgedrungen. Es hat sich ergeben, dass es viel Gewalt physischer und sexueller Art zu Mädchen und Frauen aus meiner Familie von den Männern ausgeübt wurde. Diese tierische Angst, die ich gespürt habe, ist wahrscheinlich aufgrund dieser Geschichten entstanden. Es kann aber auch sein, dass deren Ursprung noch tiefer in der Geschichte zu finden ist. Am Ende hat Natalia nochmal die Ganzheit meiner Persönlichkeit getestet. Nun war der Geist nur aufs Leben orientiert und mit Energie aufgefüllt, allerdings nur von einer Seite. Die Arbeit hat uns sehr viel Mühe gekostet. Alle waren müde. Ich bin der Natalia und allen Stellvertretern sehr dafür dankbar, dass sie so geduldig waren und es bis zu Ende durchgezogen haben.

Nach der Aufstellung hatte ich ein Unvollständigkeitsgefühl. Mein Familiensystem wurde auf mehreren Ebenen entschlüsselt, ich habe viel Belastendes gesehen, was meine Großmutter erlebt hat. Das war aber nicht das Wichtigste. Alles was den Aufstellungsteilnehmern passiert ist hat als Beweis dafür gedient, dass wir nicht das Epizentrum erreicht haben: Bei einigen haben sich die Verwandten ungewöhnlicherweise agressiv benommen, andere haben sich mit den Freunden gestritten, die Computer haben aufgehört zu arbeiten, am nächsten Morgen habe ich mit meinem Mann gestritten. Der Grund dafür war das Haus, gefüllt mit alten unnötigen Sachen. (Diese Sachen spielten dann ihre eigene Rolle in der Aufstellung.) Abends hat Natalia angerufen und ihr Besorgnis über den unabgeschlossenen Prozesses ausgedrückt. Wir haben noch ein Wenig über die Situation geredet und die Anliegen besprochen. Bei mir sind vor allem die Worte über eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber meinem Gatten hängen geblieben. Ich habe meine Familiengeschichten verfolgt und habe bemerkt, dass viele Frauen in meiner Familie keine Achtung vor ihren Männern hatten und die Rolle der Familienhauptes übernommen hatten. Es kann sein, dass das Problem tatsächlich in diesem Phänomen bestand. Wieso hatten die Frauen kein Respekt vor den Männern?

Zur Sicherheit aller Teilnehmer haben wir beschlossen am nächsten Tag unsere Arbeit fortzusetzen.

Fortsetzung

Da Natalia bereits einige Dinge bemerkte und das System zum Teil entstrickt war, konnten wir dieses Mal Licht in die Ursachen meiner Angst und Energielosigkeit bringen. Zunächst hat sie die Anliegen getestet, um eins auszusuchen, das die meiste Energie brachte. Es stellte sich heraus als das Anliegen vom Verlust der sexuellen Energie mit meinem Mann. Später transformierte es sich in – Wofür stehen meine Kopfschmerzen? (Der Intellekt kann in die Irre führen lassen, aber der Körper gibt immer klare Signale.)

Natalia hat meinen Mann und einige seiner Verwandten analysiert. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, einige Besonderheiten von meiner Seite besser verstehen zu können. So wie ich es verstanden habe, zieht sich im Leben wie in der Homöopathie Gleiches an. Ich habe einen Mann mit ähnlichen Schwierigkeiten in der Herkunftsfamilie angelockt.

In meinem Familiensystem hat sich eine Frau gefunden, die um zu überleben mehrmals abgetrieben hat. Auf so eine Art und Weise hat sie ihr eigenes Leben gerettet und ermöglichte es mir, geboren zu werden. Es mag sein, dass das die Antwort auf die Frage war, warum ich mich in den letzten Jahren aktiv mit der perinatalen Psychologie beschäftigt und als Hebamme gearbeitet habe.

Wir haben noch einen Moment erlebt, der bewiesen hat, dass das Arbeitsfeld keine Grenzen kennt und die Methodik auch übers Internet einzusetzen ist. Meine Stellvertreter waren aus verschiedenen Ecken der Welt und wir haben uns zum ersten Mal gesehen. Mit meinem Mann waren sie sicher nicht bekannt. Jedoch hat der Stellvertreter meines Mannes diesen sehr genau beschrieben.

Der Stellvertreter hat auch darauf hingewiesen, dass mein Mann irgendwas von einer großen Bedeutung für ihn in seinem Bauch trägt. Das waren Sitten und Bräuche, denen seine indischen Vorfahren gefolgt sind. Im Alltag galten viele Sachen, die er eigentlich nicht brauchte, als Symbol für diese alten Traditionen. Aus diesem Grund fiel es meinem Mann so schwer, diesen Kram loszuwerden.

Ich war auch als sehr perplex, als Natalia mich gefragt hat, wieso Indien mich beängstigt hat. Eigentlich war ich immer der Meinung, dass für mich eher das Gegenteil gilt. Ich habe viel über das Land gelesen, habe immer seine Vielfältigkeit und Unberechenbarkeit bewundert. Ich hatte nie Angst davor. Nun sah ich vor den Augen das folgende Bild: Eine Frau geht ins Feuer hinein und kommt mit ihrem Mann, der bereits verstorben ist, ums Leben.

Mit diesem Ritual war ich vertraut. Witwenvebrennung – Sati – ist ein altes indisches Ritual, das unter indischen Adligen verbreitet war. Es war eine Ehre mit dem verstorbenen Ehemann verbrannt zu werden. Ich bin der Meinung, dass die Frauen es selten aus eigenem Willen gemacht haben. Ich habe aber auch nicht verstanden, welchen Zusammenhang diese alte Geschichte mit mir hat. Es hat sich herausgestellt, dass vor vielen Jahren die Frauen aus meinem Familiensystem auf so eine Art und Weise ums Leben gekommen sind.

Es kann sein, dass es ein kleines Mädchen gab, das gesehen hat, wie ihre Mutter gestorben war oder wusste, dass auch ihr so was zustoßen kann. Wahrscheinlich bin ich das direkte Nachkommen dieses kleinen Mädchens, auf dem dieses genetische Gedächtnis über damalige grausame Geschehnisse lastet. Aus Loyalität zu diesen Frauen erlaube ich es mir nicht, glücklich zu sein und auf eine indirekte Weise sterbe symbolisch ich mit den Männern in meinem Leben mit. Deswegen bin ich so misstrauisch gegenüber den Männern und verschließe mich vor ihnen, wenn ich mich eigentlich öffnen sollte. Das war der wahre Grund meiner Angst, die mich so gehemmt und nicht erlaubt hat, mein Leben in vollen Zügen zu genießen. (Als Beweis dafür, dass wir die wahre Ursache gefunden haben, galten meine Notizen, die ich vor der Aufstellung gemacht habe. In den Momenten, wo ich die Angst erlebt habe, habe ich die Methodik des automatischen Schreibens eingesetzt. Ich habe alles aufgeschrieben, was mir eingefallen hat: Ich bin eine junge Frau, die Angst davor hat, als Opfer der physischen Gewalt zu fallen, gefoltert zu werden und eines langsamen und grässlichen Todes zu sterben.)

Der letzte Schritt war die Diagnose meines Geistes. Nun waren beide Seiten davon von der Energie getankt und ins Leben gerichtet. Anschließend stand vor mir die Aufgabe, alles zu verinnerlichen, dem modernen Intellekt eine Chance geben an das Offenbarte zu glauben, darauf hinzuarbeiten die alte Geschichte zu akzeptieren und mich damit zu desidentifizieren.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Natalia für ihre Arbeit. Sie hat mir den wahren Weg gezeigt und dabei geholfen, die Sachen, die mich unglücklich gemacht haben, zu entdecken. Allen Stellvertretern bin ich auch sehr dankbar, für ihre Geduld und Ehrlichkeit, die sie innerhalb von meiner sechsstündigen Aufstellung gezeigt haben.

P.S. Alles was gefolgt hat, war noch interessanter. Da wir mit der gesamten Herkunftsfamilie gearbeitet haben, betrafen die Änderungen die gesamte Familie. Meine ältere Tochter ist nun munterer geworden, sie hat angefangen, früher aufzustehen (vor der Aufstellung hat sie tagsüber geschlafen und nachts war sie wach) und sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Mein Mann konnte mehrere Nächte lang nicht schlafen. Er hat sich in dem Zimmer, aus dem viele seiner Sachen (diejenigen, die einen Bezug auf indische Rituale hatten) weggeräumt wurden, sehr unwohl gefühlt. Wir haben ebenfalls das Zimmer komplett renoviert. Nun war es so, als ob wir uns die Rollen getauscht haben. Ich hatte jeden Tag mehr Energie, dafür sah er müde und erschöpft aus. Im Bett habe ich nun Unterstützung von den Frauen aus meiner Herkunftsfamilie gesucht, sie hinter mir gespürt. Außerdem wusste ich jetzt, dass ich nicht vernichtet werde. Das hat mir geholfen, mich auszuspannen und anstatt Energie zu verlieren, diese aufzufüllen. Ich weiß, dass es dauern wird, bis das System sich umgestellt hat. Manchmal ist das eine Änderung, die nicht so leicht fällt. Aber das Wichtigste ist, dass ich nun ganz in Ruhe schlafen kann und meine Beziehungen mit meinem Mann vertrauensvoller geworden sind. Das ist schon ein großer Schritt zu einem harmonievollen Zusammenleben.

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